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FDF-Round Table zum Thema Nachhaltigkeit in der Floristik

Experten-Treffen am 13.09.2023 im FloristPark Gelsenkirchen

Kund*innen im Floristik-Fachhandel schätzen die Natürlichkeit grüner Produkte

20.9.2023/FDF-Nachhaltigkeit in der Floristik ist ein Thema, das zwar in aller Munde ist, die Blumenfachgeschäfte aber seitens ihrer Kunden bislang noch nicht umfänglich erreicht. Die Blitzumfragen des Fachverband Deutscher Floristen in den Reihen der Mitglieder nach den verkaufsstarken Tagen zeichnen diesbezüglich seit Jahren das gleiche Bild: wenig bis keine Anfragen zu nachhaltigen Sortimenten in Blumengeschäften. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Kunden auf die Natürlichkeit grüner Produkte setzen und eine damit verbundene Nachhaltigkeit in dieser Branche als gegeben betrachten. Dennoch sieht sich der Bundesvorstand ebenso wie der FDF-Fachausschuss für Wirtschaft, Handel und Nachhaltigkeit in der Verantwortung, sich dieses Themas anzunehmen. Insbesondere weil Nachhaltigkeits-Initiativen durch die Medien, durch kritische Untersuchungen zum Beispiel von Verbraucher- oder Ökotest und nicht zuletzt durch die ursprünglich in den Niederlanden gestartete Initiative "sustainable florist" immer stärker thematisiert werden. Hinzu kommt, dass diese Entwicklung durch weitere Tendenzen gestärkt wird: Viele Florist*innen stellen fest, dass seitens des Berufsnachwuchses schon jetzt Forderungen nach z.B. nachhaltigerem Steckschaum oder zertifizierten Schnittblumen gestellt werden. Ebenso fragen Groß- und Firmenkunden sowie die öffentliche Hand zunehmend nach Belegen für die Nachhaltigkeit, gleiches gilt vielfach auch für die Finanz- und Versicherungspartner der Branche. Floristik-Unternehmer*innen, die keine Nachhaltigkeitsreporte vorlegen,  müssen mit schlechteren (Zins-)Bedingungen rechnen. Zudem wurde der FDF von der Ekaflor und der Stichting Milieukeur SMK eingeladen, an einer Übertragung und Anpassung des bereits existierenden niederländischen Programms sustainable florist für den deutschen Markt mitzuarbeiten und darauf basierend den  Mitgliedern im FDF eine Empfehlung auszusprechen.

GruppenbildGruppenbild nach konstruktiver Sitzung zum Thema Nachhaltigkeit in der Floristik

Einladung zum Round Table beim FDF

Vor diesem Hintergrund hat der Fachverband Deutscher Floristen e.V.-Bundesverband unmittelbar vor Beginn des FDF-Bundeskongresses verschiedene Branchenpartner zu einem round Table eingeladen, bei dem der Geschäftsführende Vorstand die verschiedenen Positionen seiner Gäste kennen lernen wollte. Nicht alle eingeladenen Player konnten der Einladung Folge leisten, aber der Kreis der Anwesenden war hochkarätig. Für den Verband des Deutschen Blumen-, Groß- und Importhandelsverbands nahm Vorstandsmitglied Frank Zeiler teil. Senior Supply Chain Managerin Katharina Schwab vertrat fairtrade Deutschland. Geschäftsführer Markus Schütze war für Smithers-Oasis Deutschland dabei, Geschäftsführer Thomas Berthold und Marketing-Leiterin Nancy van Kleef stellten die Position der FleuraMetz Group vor, Geschäftsführerin Gaby Eberts war für den Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland e.V. angereist und mit Henrik Hartke, Sustainability Manager bei der Fleurop AG, war ein weiterer ausgewiesener Experte an Board. Weitere Vertreter*innen aus dem FDF-Fachausschuss für Wirtschaft, Handel und Nachhaltigkeit sowie FDF-Präsident Klaus Götz mit seinen Vorstandskollegen rundete den Kreis ab.

Situation in Deutschland und in den Niederlanden sehr unterschiedlich

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit Information über die Haltung zum Thema entwickelte sich ein offener, guter und konstruktiver Gedanken- und Positionsaustausch. Das derzeit von der Ekaflor in Kooperation mit der SMK Holland in Deutschland initiierte Zertifizierungs-Programm "Nachhaltigkeitsflorist" stellte sich für alle Gesprächsteilnehmer*innen komplex und umfangreich dar. Denn es nimmt den kompletten Betrieb in all seinen Unternehmens-Bereichen (Einkauf/Produkte/Energieversorgung/Abfallmangement/Mitarbeiter/soziale Verantwortung etc) in den Fokus. Die Ausschuss-Experten aus den Reihen des Verbands sehen den Schwerpunkt von Nachhaltigkeitsinitiativen in der Floristik derzeit hingegen vorrangig in grünen Produkten (Schnittblumen und Pflanzen). Im Unterschied zu Deutschland sind in den Niederlanden ein großer Teil der produzierenden Händler inzwischen zertifiziert, so dass dort eine entsprechende Infrastruktur zertifizierter Produkte zur Verfügung steht. In Deutschland hingegen ist die Verfügbarkeit von zertifizierten grünen Produkten wesentlich geringer, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Florist*innen, die überwiegend von regionalen Händlern und Produzenten ihre Ware beziehen,  die im "sustainable florist"-Programm geforderten Margen nicht erfüllen können. An dieser Stelle wurde jedoch auch darauf verwiesen, dass der deutsche Gartenbau per se durch Bindung und Vorgaben des geltenden EU Rechtes als nachhaltig betrachtet werden könne,  und zwar ohne, dass dafür ein konkretes Zertifikat vorgelegt werden müsse.

Kommunikation des eigenen Engagements

Je tiefer die Gesprächsteilnehmer*innen in diesen offenen Austausch einstiegen, desto komplexer stellte sich das Thema letztendlich dar. Die Gesprächsteilnehmer*innen hatten zudem natürlich die Brille der durch sie vertretenen Institutionen auf, die zum Teil unterschiedliche Aspekte in der Nachhaltigkeits-Diskussion priorisierten. Deutlich wurde, dass es grundlegend unterschiedliche Voraussetzungen und Beschaffungsmöglichkeiten für zertifizierte grüne Produkte in den Niederlanden gibt. Deutlich wurde auch, dass Blumengeschäfte mit ihrem bereits praktizierten individuellem nachhaltigen Engagement sehr viel stärker in die Öffentlichkeit treten sollten. Denn schon jetzt arbeiten Florist*innen in vielen Bereichen nachhaltig, zum Beispiel beim Verzicht auf Plastikfolien etc. Hier will der Verband zukünftig stärker die Kommunikation der Betriebe über nachhaltiges Handeln unterstützen. Darüber hinaus versteht sich der FDF für seine Mitglieder als Informationsvermittler und Informations-Aufbereiter in diesem Thema. Langfristige Ziele können zudem FDF-Workshops zum Thema Nachhaltigkeit sein. Klaus Götz bedankte sich zum Abschluss des guten und offenen Austauschs sehr herzlich für die interessanten Beiträge. Anschluss-Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit in der Floristik sind vorgesehen. Gern wird der Fachverband Deutscher Floristen e.V./FDF zudem über seinen zuständigen Ausschuss Wirtschaft, Handel und Nachhaltigkeit seine Mitarbeit an der Gestaltung einer deutschen Variante des SMK-Zertifikates anbieten, jedoch ohne als forcierender Protagonist in diesem Programm aufzutreten.

20230913 141958Nachhaltigkeit in der Floristik - im FDF-Meeting tauschten die Sitzungsteilnehmer*innen ihre Positionen aus

FDF-Bundesverband im FloristPark International
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