Fachverband Deutscher Floristen e.V Bundesverband

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Bundesprüfmeistertagung

im FloristPark vom 21. - 23.04.2013

Wieder einmal hat der Fachverband Deutscher Floristen e.V. - Bundesverband die Bundesprüfmeistertagung ausgerichtet. Thema der diesjährigen Tagung war die komplexe Prüfungsaufgabe. Die fachliche Leitung oblag 3 Mitgliedern des FDF-Ausbildungsausschusses - Karl-Heinz Busam, Frank Niehüser und Martin Srocke; professionell moderiert wurde die Tagung wiederum von Diplom-Psychologin Martina Jensen. Mit Unterstützung von Nina Hagemann und Sarah Beckschulte, Schülerinnen des Anne-Frank-Berufskollegs aus Münster, und ihrem Fachlehrer Ulrich Kowalski wurden erstmalig Bestandteile der komplexen Prüfungsaufgabe - das Beratungsgespräch und die praktische Umsetzung - während der Tagung simuliert.
An dieser Stelle möchten wir für diesen außergewöhnlichen Einsatz noch einmal unseren "Herzlichen Dank" sagen!

Anhand dieser Simulationen wurde den Teilnehmern der Tagung die Möglichkeit gegeben, das Prüfungsgeschehen zum einen "selber aktiv zu gestalten" und zum anderen auch "als Außenstehender zu beobachten". D.h. die Teilnehmer haben sowohl als Prüfer als auch als Beobachter agiert und sich so intensiv mit Prüferverhalten, Beobachtungskriterien und der Bewertung aktiv auseinandergesetzt. Anhand moderner Technik wurden Bild und Ton des "realen Prüfungsgeschehens" in den Raum der Beobachter übertragen.




Ziel der Tagung insgesamt war, auf der Basis dieser Simulationen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der aktuellen Durchführung der Prüfung, insbesondere aber bei der Bewertung, herauszuarbeiten. Abschließend sollte mindestens eine Annäherung, idealerweise aber eine Vereinheitlichung der bestehenden Systeme und Anwendungen erreicht werden. Zu Beginn der Tagung wurde wieder einmal festgestellt, dass die Abschlussprüfung Florist bezogen auf die komplexe Prüfungsaufgabe sehr unterschiedlich gehandhabt wird, zum einen im Hinblick auf den zeitlichen Ablauf, zum anderen auch im Hinblick auf Bewertung und Gewichtung ihrer einzelnen Bestandteile.

Die beiden Schülerinnen, die als Prüflinge fungiert haben, hatten im Vorfeld der Tagung eine Aufgabe zum Thema Trauerschmuck erhalten und mussten vor je einem aus Teilnehmern gebildeten Prüfungsausschuss am Sonntagnachmittag ihr Beratungsgespräch absolvieren. Zeitgleich wurden die Prüfer bezogen auf Aspekte wie fachlicher Inhalt, Prüferverhalten während der Prüfungsphase und Prüferverhalten während der Bewertungsphase bobachtet und später analysiert. Aus organisatorischen Gründen war die schriftliche Ausarbeitung von der Simulation ausgeschlossen; die Tagungsteilnehmer erhielten diese fertig gestellten Mappen - mit Zeit zur Einarbeitung - vor der ersten Simulation. Für das am Ende erforderliche Gesamtergebnisses zur kPA musste auch hier eine Bewertung vorgenommen werden. Die Inhalte der von den Prüfungsausschüssen jeweils verwendeten Bewertungskriterien flossen nach interner Abstimmung in die Bewertung ein. Am Montagmorgen folgte die praktische Umsetzung. Der Einsatzbereich der Teilnehmer wurde getauscht, sodass nunmehr 2 neue Prüfungsausschüsse diesen Prüfungsteil geleitet haben. Aus den hier zusammengetragenen Beobachtungen entwickelte sich zu einem späteren Zeitpunkt eine Checkliste für das Vorgehen während des Beratungsgesprächs und der praktischen Umsetzung der kPA. Besondere Aufmerksamkeit wurde aber erneut die Bewertung der einzelnen Bestandteile selber gelegt! Wie bei jeder Prüfung zeigten sich auch bei der Simulation Abweichungen bei der Bewertung, Probleme bei der Punktevergabe und Urteilsfindung des einzelnen Prüfers und der Benotung insgesamt. Mittels intensiver problemorientierter Gruppenarbeiten und professionell moderierter Diskussionen konnte gemeinsam eine Ideallösung zur Bewertung der komplexen Prüfungsaufgabe insgesamt entwickelt werden. Ein großer Vorteil war, dass alle sich bewusst waren, sich nur ohne Beharren auf eigenen praktizierten Modellen dem avisierten Ziel der Tagung zu nähern.




Daher sei allen Teilnehmern an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich für ihre Offenheit und ihre Zielstrebigkeit bei den Diskussionen für den Berufsstand und insbesondere die Ausbildung gedankt: Sigrid Beyer (IHK Cottbus); Silke Brodhaage (IHK Dortmund - FDF LV NRW); Meike Cords (IHK Bremen); Bodo Ehling (IHK Borken); Gertraud Herrmann (IHK Saarbrücken - FDF LV Saar); Dorothee Hüdepohl-Krause (IHK Dortmund); Jürgen Komp (IHK Bonn); Stephanie Lammert (IHK Koblenz - FDF LV Rheinland-Pfalz); Björn Mankopf (IHK Hagen); Dorothee Meyer (IHK Braunschweig); Karin Pressel (IHK München); Erni Salzinger-Nuener (IHK München - FDF LV Bayern); Ingrid Schröder (IHK Rostock - FDF LV Mecklenburg-Vorpommern); Susann Schröder (IHK Freiburg - FDF LV Baden-Württemberg); Ilka Siedenburg (IHK Bremerhaven - FDF LV Bremen); Bianca Siekmann (IHK Osnabrück - FDF LV Niedersachsen) und Kerstin Steffen (IHK Saarbrücken)

Jetzt wünschen sich die Teilnehmer, dass die erarbeiteten Ergebnisse und Tabellen zur Bewertung der komplexen Prüfungsaufgabe den Maßstab für künftige Prüfungen bilden - und das bundesweit! Durch entsprechende Informationsveranstaltungen soll sichergestellt werden, dass alle Prüfungsausschüsse und Schulen mit der Anwendung der entwickelten Bewertungsbögen vertraut gemacht werden und diese sodann auch entsprechend einsetzen. Denn einig sind sich alle, dass nur eine einheitliche Bewertung von Nord nach Süd und Ost nach West - also bundesweit - einer vergebenen Note eine definitive Aussagekraft verleiht. Die Abschlussprüfung "Florist/Floristin" als solche wird hierdurch aufgewertet und wirkt sich darüber hinaus positiv auf die Wertigkeit unserer fundierten Ausbildung in der Öffentlichkeit aus. Dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag wurde das Protokoll übersandt mit der Bitte, dieses Ziel gemeinsam anzugehen.


Einzelne Teilnehmer blicken zurück:


Viele Meinungen - viele Schwierigkeiten? Nein, mit vielen sehr produktiv!
Ich persönlich war sehr gespannt auf meine erste Teilnahme an einer Bundesprüfmeistertagung und kann im Nachhinein nur sagen, dass ich begeistert davon bin, wie innerhalb der doch relativ kurzen Tagungszeit so viele Ergebnisse erzielt werden konnten. Trotz vieler Gegebenheiten, die in den einzelnen Bundesländern teilweise seit Jahren quasi traditionell vorherrschten, wurden sich alle Teilnehmer einig und haben sich am Ende der Tagung einheitlich für die neu erarbeiteten Prüfungsrichtlinien und Bewertungsbögen für die komplexe Prüfungsaufgabe entschieden. Die nächste Bundesprüfmeistertagung kann ich für alle, die nicht dabei waren, nur empfehlen! Hochmotiviert und mit vielen neuen Ansätzen freue ich mich jetzt darauf, die Ergebnisse mit unserem Prüfungsausschuss nachzubereiten und dann umzusetzen.
Ilka Siedenburg, Bremerhaven


Die Braunschweiger IHK schickte ein Rundschreiben an den Prüfungsausschuss mit der Einladung zu dem Seminar. Es wollte kein anderer von uns. Welche Beweggründe es auch gab ( zu viel Arbeit ? schlechter Termin ? )
Nachdem die IHK sich bereit erklärt hat die ganzen Kosten zu übernehmen, konnte ich mir vorstellen, zu fahren, auch wenn mein geliebter Ruhesonntag drauf ging.
Ich habe es nicht bereut. Es waren wahrscheinlich die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Alle haben mit viel Lust und Laune an neuen Konzepten gearbeitet, so dass auch andere, vielleicht ein wenig einge-staubte Ausschüsse davon profitieren können. Ich würde mir wünschen, dass unsere Arbeit auch von anderen Prüfern genutzt wird. Für die Zukunft hätte ich gern bundesweit eine einheitliche Prüfung. Die drei Tage waren für mich sehr erfrischend.
Vielen Dank
Dorothee Meyer, Braunschweig


„Aus meiner Sicht wurde bei der diesjährigen Bundesprüfmeistertagung ein wichtiger
Schritt hin zu einer einheitlichen, bundesweiten Prüfungsbewertung im Beruf Florist-/in gemacht. Dieses kann dem Ansehen unseres Berufes in der Öffentlichkeit nur zu Gute kommen. Ich hoffe, dass durch die Ausarbeitungen nicht nur die Teilnahme an den Prüfmeistertagungen als solche steigt, sondern auch das Interesse an einer Vereinheitlichung unter den bundesweiten Prüfungskommissionen geweckt wird. Hierfür sollten sich nicht nur die Landesverbände mit ihren Bezirksstellen einsetzen, sondern über diese auch die ortsansässigen IHK’s mit ins Boot geholt werden.“
Björn Mankopf, Hagen


Wer als Prüfer unterwegs ist, sollte sich unbedingt regelmäßig fortbilden und seine persönliche Qualifikation für diese so wichtige Aufgabe stetig verbessern! Der FDF bietet hierfür das passende Angebot. Alle zwei Jahre finden die Bundesprüfmeistertage statt. Anhand unterschiedlicher Methoden und Prüfungssimulationen entstanden innerhalb der Teilnehmer große Diskussionen über die vielen Facetten einer perfekten Prüfung und dank der professionellen Moderation von Frau Jensen gelang es, die Beiträge in Arbeitsergebnisse zu formen. Auch wenn die Materie als „trocken“ erscheint, gab es gerade bei den Simulationen und Diskussionen eine Menge zu lachen!
Die Konzeption von Bewertungsbögen und die damit verbundene Ge-wichtung unterschiedlicher Teilaspekte führte immer wieder zu lebhaften Dis-kussionen, die Frau Jensen im Griff halten konnte und greifbare Ergebnisse für alle herausfilterte.
Es scheint eine Herkulesaufgabe zu sein, aber dennoch schwebt allen Teilnehmern das große Ziel vor Augen: eine möglichst objektive, nach einheitlichen Bewertungsgrundsätzen ausgerichtete Prüfung der zukünftigen Floristen durchzuführen. Und das mit Prüfern, die ihrer Rolle gerecht werden, ihr Prüferverhalten kontrollieren können und frei von Selbstherrlichkeit und kollegialem Konkurrenzdenken sind. Es wäre wünschenswert, dass sich an der nächsten Bundesprüfmeistertagung in zwei Jahren noch mehr Kollegen anmelden. Sie können damit nicht nur sich selbst weiterbilden, sondern auch etwas für unseren wertvollen Berufsstand tun und dem Ideal bundesweit vergleichbarer Prüfungsstandards ein Schritt näher zu kommen. In diesem Zusammenhang sei den IHK’s gedankt, die mitunter die Teilnahmegebühren vollständig getra-gen haben. Ihnen sei versichert: es hat sich gelohnt!
Susann Schröder, TL Freiburg


Drei Tage intensiven Zusammenarbeitens von KollegInnen aus ganz Deutschland mit unterschiedlichsten Prüfungsmodalitäten führten zu recht ansehnlichen Ergebnissen. Dank der guten Vorbereitung durch den Ausbildungsausschuss war ein zielgerichtetes Arbeiten möglich und alle Bewertungsbögen für die KPA wurden überarbeitet. Doch auch die gute Atmosphäre im Floristpark und die positive Grundstimmung aller Beteiligten trugen zum Erfolg der Bundesprüfmeistertagung bei. Der Gedankenaustausch am Abend war ebenso wichtig und rundete die Veranstaltung ab. Zu hören, dass die Kollegin aus Bremerhaven vielleicht ähnliche Probleme und der Kollege aus Thüringen vielleicht einen passenden Lösungsansatz hat macht Mut und zeigt, dass man kein Einzelkämpfer ist.
Bundeseinheitliche Prüfungen sind ein hehres Ziel, dem wir gemeinsam einen Schritt nähergekommen sind. Bleibt die Hoffnung, dass unsere Ergebnisse über die jeweilige IHK an die einzelnen Ausschüsse weitergeleitet werden und von diesen wohlwollend diskutiert und im Idealfall angewendet werden.
Karin Pressel, München



"Oftmals wird bei Tagungen viel diskutiert, viel analysiert und leider manchmal nicht so viel produziert". Auf dieser Tagung war dies überraschenderweise anders. Von Anfang an herrschte eine rege Kommunikation unter den Teilnehmern und die Stimmung richtete sich konzentriert auf eine konstruktive Weiterführung der floristischen Ausbildung.
Ich bin sehr erfreut darüber, dass ich Teil dieser Tagung sein durfte und wir gemeinsam, ohne die üblichen Querschläger, das gleiche Ziel verfolgen. Nämlich, den Beruf des Floristen und dessen Ausbildung erfolgreich weiter zu entwickeln und die Zukunft des Berufes zu sichern. Vor allem die Aussicht auf eine einheitliche Prüfungsbewertung und somit einheitliche Standards sind hier ein Schritt in die richtige Richtung, der für ein produktives Fortbestehen unseres Berufstandes notwendig ist.
Auch der rege Austausch unter den Kollegen über zusätzliche "Probleme" und Gesichtspunkte unseres Berufes waren eine angenehme Abwechslung zur Arbeit an den Prüfungsbewertungsbögen.
Ich hoffe sehr, dass die geleistete, intensive Arbeit dieser drei Tage bald Früchte trägt und zu einem besseren Ausbildungsklima und einem besseren Stand unseres schönen Berufes führen wird."
Karl-Heinz Busam, Ausbildungsausschuss FDF Bundesverband


Die entwickelten Bewertungsbögen zur komplexen Prüfungsaufgabe sind für Sie hier als Excel-Tabelle hinterlegt.

Hat diese Fachtagung Ihr Interesse geweckt ? Möchten Sie nächstes Mal gern persönlich mitarbeiten? Wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler auf. Übersenden Sie uns Ihre Anschrift ([email protected]) und Sie erhalten künftig Einladungen auf direktem Weg, um unmittelbar dabei zu sein.

 

Die entwickelten Bewertungsbögen zur komplexen Prüfungsaufgabe sind für Sie hier als Excel-Tabelle hinterlegt.